Blutegeltherapie

Es gibt über 600 verschiedene Arten von Blutegeln, doch lediglich der Hirudo medicinalis wird zur Blutegeltherapie verwendet.

Die Egel sind Schmarotzer; s sind Parasiten, die ihrem Wirt Blut aussaugen. Das Wirkstoffgemisch, das sich in ihrem Speichel befindet, dient dem Egel zur ungestörten und vereinfachten Nahrungsaufnahme, doch in der Therapie werden die blutverdünnenden und somit durchblutungsfördernden, schmerzlindernden und entzündungshemmenden Eigenschaften therapeutisch genutzt.

Die zwei bekanntesten Wirkstoffe sind das Hirudin und die Hyalauronidase:

Hirudin: Gerinnungshemmer
Hyalauronidase: gewebeauflockernd, entzündungshemmend

Diese Wirkstoffe werden selbst in der Schulmedizin als nachweislich wirksam anerkannt.

Der Moment, wenn der Blutegel mit seinen 3 Kiefern und insgesamt 80 kleinen Zähnchen zubeißt, kann mit der Berührung von Brennnesseln verglichen werden. Kurz darauf tritt eine analgetische (schmerzlindernde) und anästhetische (betäubende) Wirkung ein.
Tiere lassen sich die Behandlung meist gut gefallen, und stören sich nicht an den Blutegeln.

Pro Mahlzeit, welche ca. 30min dauert, werden ca. 3-6ml Blut gesaugt, und ca. 20.30ml gehen noch einmal beim gewünschten Nachbluten verloren. 

Die Blutegeltherapie wird besonders bei Gefäßerkrankungen, Hauterkrankungen, Gelenkserkrankungen (Arthrose, Rehe u.ä.), Sehnenerkrankungen, Verletzungen uvw. eingesetzt.
Nebenwirkungen sind meist nicht vorhanden oder nur gering. Es kann ein Juckreiz entstehen, der aber in den meisten Fällen kaum spürbar ist.

Infektionen der Bissstellen treten für gewöhnlich nur dann auf, wenn der Blutegel während seiner Mahlzeit durch Manipulation gestört wurde und dieser sich dann regelrecht in die Wunde übergibt. Dies passiert jedoch selten und erst recht nicht, wenn man den Saugakt ungestört lässt.

Insgesamt kann man die Blutegeltherapie als eine risikoarme Therapiemethode betrachten, die sogar in der Schulmedizin anerkannt ist.
Sie entspricht der kleinen Form des Aderlass, nur dass in diesem Fall auch direkt an die betroffene Stelle wirksame Stoffe abgegeben werden.